Weltweite Trends im Mode-Sourcing

Während sich der Welthandel von der COVID-Pandemie erholt, steht die Bekleidungsbeschaffung weiterhin vor zahlreichen Herausforderungen: Nachfragevolatilität, logistische Probleme, steigende Kosten und vieles mehr. Wie nie zuvor hat die Lieferkette höchste Priorität auf der Agenda von Führungskräften.
Es wird immer deutlicher, dass Lieferkettenunterbrechungen, wie z. B. hohe Transport- und Rohstoffkosten sowie Kapazitätsengpässe, uns erhalten bleiben.
Fast die Hälfte aller Unternehmen hat eine umfassende Transformation eingeleitet, um schneller und flexibler zu werden. Ein grundlegender Wandel zeichnet sich ab: die Hinwendung zu einem flexiblen, schnellen, nachhaltigen, digital optimierten und kundenorientierten Beschaffungsmodell. Die Ergebnisse bestätigen, dass ein dramatischer Wandel im Gange ist.
Immer mehr Unternehmen haben organisatorische Transformationen eingeleitet, indem sie ihre Fertigungs-Outsourcing- und Designprozesse, ihre Arbeitsorganisation und ihre kommerziellen Prioritäten überarbeitet haben.
Stolpersteine in der Lieferkette
- Versandstörungen: Hafenschließungen, Hafenüberlastungen, Containerknappheit und Kapazitätsprobleme haben zu Verzögerungen und Störungen beigetragen.
- Nachfragevolatilität: Nach COVID erleben wir eine ungleichmäßige Erholung und Nachfragevolatilität. Zurückgehaltene Konsumausgaben wurden freigegeben, was die Produktions- und Transportkapazitäten belastet.
- Steigende Materialpreise. Die Rohstoffpreise steigen rasant, und weitere Preissteigerungen werden erwartet. Preisaufschläge in den Nearshore-Märkten tragen zu diesem Trend bei.
- Ungleichmäßige Erholung: Die ungleichmäßige globale Erholung wird die Wirtschaft auch in den nächsten Jahren beeinträchtigen.
- Rohstoffversorgungsprobleme: Die Branche leidet unter Versorgungsengpässen aufgrund des verlangsamten Rohstoffflusses aus China. Die Verlagerung auf Nearshore-Sourcing wird durch begrenzte Rohstoffversorgung und Preisaufschläge erschwert.
- Online-Verkäufe: Während der COVID-Pandemie gab es einen starken Anstieg der Online-Verkäufe, die sich derzeit jedoch auf einem niedrigeren Niveau befinden. In Kombination mit diesem Phänomen ist eine neue Generation von Online-Fast-Fashion-Anbietern auf dem Vormarsch.
- Etwa 45 % der weltweiten Textil- und Bekleidungsexporte stammen aus dem asiatischen Raum. In letzter Zeit ist jedoch ein umgekehrter Trend zu beobachten. Die Exporte aus Bangladesch gingen um fast 17 % zurück.
Laut der Financial Post wird sich die Lage deutlich verschärfen, da Großbritannien und die USA aufgrund von Vorwürfen der Zwangsarbeit in China Baumwollimporte verboten haben und die Europäische Union einen ähnlichen Schritt erwägt, dessen negative Auswirkungen sich auf die chinesische Textilindustrie auswirken.
Allein auf dem US-Bekleidungsmarkt hat China bis 2022 im Vergleich zu 2017 Marktanteile von über 8 Milliarden US-Dollar verloren.
Ungleichmäßige Nachfrage, hohe Rohstoffpreise, hohe Energiepreise und Inflation sind die vier größten Sorgen der globalen Textilindustrie für die nächsten sechs Monate. Auch geopolitische Bedenken haben in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Hohe Transportkosten spielen ebenfalls eine große Rolle.